Kollegiale Fallberatung

Was ist Kollegiale Fallberatung?

Kollegiale Fallberatung (KFB) ist ein Reflexions- und Beratungsinstrument, das zur Bearbeitung konkreter pädagogischer Handlungsprobleme dient. KFB wird von einem Teilnehmer oder Moderator geleitet. Die teilnehmenden pädagogischen Fachkräfte erhalten in Absprache mit der Gruppe die Möglichkeit, einen eigenen Fall einzubringen, der in etwa 60 -70 Minuten mithilfe eines festen Durchführungsschemas bearbeitet wird. Der/die Fallgebende formuliert eine konkrete fallbezogene Frage, auf deren Grundlage in verschiedenen Phasen der KFB die Gruppe den Fall analysiert und Lösungsmöglichkeiten entwickelt.

Was ist ein Fall?

Unter einem Fall wird ein konkretes pädagogisches Handlungsproblem verstanden. Ein Fall eignet sich dann für eine KFB, wenn die falleinbringende Person aktiv handelnd (also nicht nur Beobachter) war oder ist und den Wunsch und die Bereitschaft verspürt, gemeinsam mit einer Gruppe erneut über den Fall nachzudenken und sich hinsichtlich alternativer Handlungsmöglichkeiten beraten zu lassen. Es können sowohl vergangene Fälle, mit deren Ausgang der oder die Falleinbringende unzufrieden ist, als auch aktuelle, noch offene Fälle, für welche der/die Falleinbringende Handlungsoptionen entwickeln möchte, bearbeitet werden.

Fälle/Fragen/Beispiele aus dem Bereich von Kindertagesstätten könnten zum Beispiel sein:

  • Wie kann ich den Kontakt zu den Eltern von Kind A. verbessern?
  • Ich möchte die Kinder bei meinem nächsten Projekt mehr beteiligen. Wie könnte ich das angehen?
  • Bei unserem letzten Elternabend hat es eine eskalierende Situation gegeben. Wie hätte das besser laufen können?

Welche Ziele werden durch die Teilnahme an Kollegialer Fallberatung angestrebt?

  • Pädagogische Situationen in ihrer Komplexität wahrnehmen und verstehen lernen
  • Einüben kollegialer Kommunikation, Kooperation und Wertschätzung
  • Wahrnehmung, Analyse und Interpretation der Komplexität sozialer Situationen
  • Erweiterung und Vervielfältigung von Perspektiven
  • Auswahl und Begründung von Handlungsoptionen
  • Aneignung neuer Denkmuster
  • Professionalisierung durch (Selbst-)Reflexion
  • Entlastung des/der Falleinbringenden